Bayern
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Inseln der Stille…

Prebrunnturm im Herzogspark (Foto: Regensburg Tourismus GmbH)

... im UNESCO-Welterbe: Regensburg bietet im Jahr 2016 insbesondere für Naturliebhaber und Kulturbeflissene viele Oasen – man muss bloß wissen, wo!


Eigentlich ist es ganz einfach: Mit dem Ausgangspunkt ändert sich auch der Blickwinkel. Regensburg einmal nicht vom Alten Rathaus, vom Dom oder der Steinernen Brücke aus entdecken – dann tun sich nicht nur für Touristen, sondern auch für Regensburger selbst ganz neue Perspektiven auf. Startpunkt für unseren Stadtspaziergang zu den Inseln der Stille im UNESCO-Welterbe ist deshalb der Herzogspark.

 

Der mit 1,5 Hektar kleine, aber artenreichste Park der Domstadt liegt im Stadtwesten, direkt an der Donau und feiert im Jahr 2016 ein kleines Jubiläum: Seit 80 Jahren ist er als Naturdenkmal geschützt. Doch in der Raritätensammlung Herzogspark, in der die Blaue Atlaszeder, der Kapadozische Ahorn und der Pagodenhartriegel neben dem Ginkgo biloba, dem chinesischen Taschentuchbaum und Rosenrabatten mit 200 Rosensorten wachsen, kommen nicht nur Naturliebhaber auf ihre Kosten. Das Charakteristische am Herzogspark ist nämlich, dass sich hier Naturdenkmal und Kulturdenkmal vereinen: Zu bestaunen sind Reste des Stadtgrabens sowie der Stadtmauer mit Prebrunnturm, ehemals der westliche Ausgang aus der Stadt Richtung Nürnberg, aus dem 13. Jahrhundert. Und natürlich das klassizistische Palais inmitten der Grünanlage, das im 19. Jahrhundert Herzogin Marie Sophie von Württemberg, einer Schwester des damaligen Fürsten Thurn und Taxis, als Residenz diente: In dem Gebäude ist heute das Naturkundemuseum Ostbayern untergebracht.

 

Wer einen kleinen Abstecher aus dem Herzogspark heraus machen will, der findet nur etwa 200 Meter von dort entfernt die Klosterkirche des Dominkanerinnenklosters Heilig Kreuz, ein Juwel des bayerischen Rokoko. Seit dem Jahr 1233 hat das Kloster ununterbrochen seinen Sitz Am Judenstein in Regensburg. Damit ist es eine echte Ausnahmeerscheinung, denn es gibt nur sehr wenige ins Mittelalter zurückreichende Klöster in Deutschland, die niemals zerstört, niemals aufgehoben oder verpflanzt wurden. Deshalb veranstaltet der Dominikanerorden in Deutschland seine zentrale Jubiläumsausstellung 2016 zu „800 Jahre Dominikanerorden“ in Regensburg. Die Ausstellung „Mehr als Schwarz und Weiß“ ist von 11. bis 15. August 2016 geöffnet.

 

Doch zurück zur Natur, an die Donau: Vom Herzogspark aus laufen wir unterhalb der Holzlände direkt am Südarm der Donau entlang bis zum Eisernen Steg. Wir überqueren ihn und gelangen auf die Insel „Oberer Wöhrd“, auf der ein weitaus größerer Park, der acht Hektar umfassende Inselpark, liegt. Hier trifft man auf Motorsportfreunde, Jogger, Trimm-Dich-Anhänger, Spielplatzgeher und Freibadfans – und hat doch gleich ein paar Schritte daneben einen allem Freizeit-Trubel abschwörenden, idyllischen und versteckten Alleepfad, der sich nunmehr am Nordarm der Donau entlang zwischen knorrigen Bäumen hindurch schlängelt. Diese Idylle war dem BUND Naturschutz einen Sonderpreis wert: Er zeichnete im Herbst 2015 ein Foto dieser Allee aus, als „Einladung, diese Alleen zu Fuß zu erleben“.  

 

Folgen wir doch dieser Einladung: Bis zur Rampe auf die Steinerne Brücke führt uns der kleine Uferpfad – zur Rechten liegt die Jahn-Insel, an Schönwettertagen im Sommer mit Beachvolleyball-Spielern und Feierabendgrillern übersät, wahrlich kein stilles Plätzchen, aber eines, das das junge Regensburg zeigt. Und das einmal im Jahr, für gewöhnlich Ende Juni, eine grandiose Bühne für das Jahninselfest hergibt, auf dem dann mit Musik und Kleinkunst doch wieder der Kultur gefrönt wird.

 

Apropos Oase: Wer das junge, alternative Regensburg kennenlernen will, kann das im Obermünsterviertel. Dort hat die Transition-Bewegung eine Selfmade-Veranda mit viel Grün mitten in der Altstadt geschaffen, einen Freisitz für alle, die einfach mal eine Pause einlegen wollen, an einem Ort, an dem man sich wirklich entspannen kann, weil er „nicht so g’schleckt“ ist, wie Regensburgs Oberbürgermeister bei der Eröffnung sagte.

 

Informationen zu diesem und weiteren Stadtspaziergängen bei:

 

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